Auf Graten und Gipfeln rund um Tappenkar und Riedingtal

30.11.-0001

"Hornochsen" in den Radstädter Tauern

Auf Graten und Gipfeln rund um Tappenkar und Riedingtal
Riedingtal, Glingspitze, Tappenkarsee(-hütte), Weißgrubenkopf, Franz Fischer Hütte, Jakober Alm.
Schon gehört, schon gesehen ? Nein ?
Dann möchte ich Dich (Sie), werte Leserin, werter Leser mitnehmen zum Beginn unserer diesjährigen 2-Tages-Reise, die unsere 17-köpfige Gruppe in einem Kleinbus, den unser Busfahrer Franz im letzten Moment organisieren konnte, über Gaberl und das Murtal an das Ende des Zederhaustales hineinführt, zum Südportal des Tauerntunnels.
Von hier ist es noch ein kurzes Stück zum Ausgangspunkt Schlierer Alm, von wo uns der Tälerbus zur 4 km entfernten König Alm im Hinteren Riedingtal hinauffährt.
Die Wasserflaschen gut aufgefüllt steigen wir die noch feuchten Wiesenhänge hinauf dem Haselloch, dem direkten Übergang zum Tappenkarsee, zu.
Im Osten grüßen Mosermandl und Faulkogel, vor uns ragt die Glingspitze auf, wo wir uns eine Stunde später einfinden, um uns einander die Hände und den Schnaps zum gemeinsamen „Berg Heil“ zu reichen.
Für einen Großteil der Gruppe beginnt nach kurzer Rast wie auf einer Himmelsbrücke der aussichtsreiche und atemberaubende Weiterweg über Rifflgrat, Kreuzeck, Karteis- u. Draugsteintörl.
Tief unten begleitet uns das in der Nachmittagssonne glitzernde Blau des Tappenkarsees, am Grat bestaunen uns abwechselnd Pferde und Stiere als seien wir von einem anderen Stern, während die hoch über uns dahinziehenden Wolkenfelder mehr und mehr der Sonne Platz machen.
„So du zu Gott, so Gott zu dir“ kündet uns die Inschrift am handgeschnitzten Kreuz im Draugsteintörl, bevor es hinuntergeht zum See, wo wir bei der gleichnamigen Hütte unsere Lager beziehen.
Nach verdienter Mahlzeit strapazieren die einen ihre Lachmuskeln beim UNO-Spielen, während die anderen den größten „Hornochsen“ - er sei hier wegen etwaiger Sticheleien nicht namentlich näher erwähnt (das Spiel dafür schon:„sechs nimmt“) – aus ihrer Mitte küren.
Als wir am nächsten Morgen die Hüttentür zum gemeinsamen Fotoshooting aufstoßen, blinzelt uns die in der Weißgrubenscharte aufgehende Sonne bereits ins Gesicht. Einem Wandertag, wie aus dem Bilderbuch, steht nichts entgegen. Schnell haben wir die Talsohle erreicht, queren auf Holzstegen den Seezufluss und stehen in einer Stunde in der Scharte. Der ein wenig höher gelegene Weißgrubenkopf mit seinem schönen Holzkreuz und gemütlichen Sitzbankerln, den es in einigen Schrofen und Bändern zu erreichen gilt, ist nur noch eine kleine Draufgabe.
Waren die Hohen Tauern am Vortag noch in Wolken gehüllt, reihen sich nun deren Gipfel von Hochalmspitze und Ankogel über Hohen Sonnblick, Hocharn und Großglockner bis hinüber zu Hoher Dock, Wiesbachhorn und Hohen Tenn, einer Perlenkette gleich, aneinander.
Ein großartiger Ausblick. Schauen, Staunen, Genießen. Frei sein wie ein Adler, der mit seinen Schwingen die Berghänge umkreist, das ist heute die Belohnung für die Mühen die wir auf uns, die alle Bergsteiger auf sich nehmen.
Gemeinsam steigen wir den Weg von der Scharte zum Höhenweg ab, über den wir nach kurzer Rast bei einem kindergeeigneten Kletterfels den von Wollgras begrenzten Ilgsee und wenig später die Franz Fischer Hütte am Zauner See erreichen
Die rauchenden Füße zuvor im See abgekühlt, finden wir uns bald auf der Terrasse zu Kaiserschmarren mit reichlich Schwarzbeeren, Zucker und geriebenen Nüssen ein.
Mit vollen Bäuchen und einem Rucksack voll Naturschönheiten geht es über Jakoberalm oder
Eßl Alm, teils auf schönem Höhenweg, teils dem rauschenden Riedingbach folgend zurück zu unserem Ausgangspunkt bei der Schliereralm.
Wer geglaubt hat unsere Kleinsten verfallen nach zwei wanderreichen Tagen in einen sofortigen Tiefschlaf sei eines Besseren belehrt. Weit nach der Pack klingt deren freudiges Gejohle und Lachen ob der erlebnisreichen und eindrucksvollen Tage noch in unseren Ohren.